Was ist ein Webkatalog?

Ein Webkatalog, auch Webverzeichnis genannt, ist eine nach Themen sortierte Sammlung von Links auf Websites. Den Unterschied zur Suchmaschine macht der Mensch. In einen Webkatalog kommt eine Seite erst, wenn jemand sie angesehen und einer Kategorie zugeordnet hat. Eine Suchmaschine erfasst Seiten dagegen automatisch und ordnet die Treffer nach eigenen Regeln.

Stand: 16.10.2026.

Wie ein Webkatalog aufgebaut ist

Die Einträge stehen in Kategorien, oft mit Unterkategorien darunter. Ein Eintrag besteht meist aus dem Namen der Website, ihrer Adresse und einer kurzen Beschreibung. Wer eine Website betreibt, schlägt sie über ein Formular vor. Die Redaktion prüft den Vorschlag und schaltet ihn frei oder lehnt ihn ab. Viele Kataloge haben dazu eine Suche, die nur die eigenen Einträge durchsucht.

Arten von Webkatalogen

  • Allgemein oder thematisch. Allgemeine Kataloge wollen das ganze Web abdecken. Thematische beschränken sich auf ein Fachgebiet, ein Hobby oder eine Region.
  • Geprüft oder automatisch. In einem redaktionellen Katalog sieht sich ein Mensch jeden Eintrag an. Kataloge, die Einträge automatisch freischalten, füllen sich schnell mit Spam.
  • Kostenlos oder bezahlt. Manche Kataloge nehmen Geld für einen Eintrag oder einen besseren Platz. Für bezahlte Links verlangt Google die Kennzeichnung mit rel="sponsored" oder rel="nofollow".

Die großen Kataloge und ihr Ende

In den ersten Jahren des Webs fand man Websites vor allem über Kataloge. Das Yahoo-Verzeichnis begann Mitte der Neunzigerjahre als Linksammlung der beiden Yahoo-Gründer. Yahoo hat es am 31. Dezember 2014 geschlossen.

Der bekannteste von Freiwilligen gepflegte Katalog war dmoz, auch Open Directory Project genannt. Er ist seit dem 17. März 2017 nicht mehr erreichbar. Seit 2017 führt Curlie die Kategorien von dmoz weiter, ebenfalls mit ehrenamtlichen Redakteuren und auch mit einem deutschsprachigen Bereich.

Wofür Webkataloge heute gut sind

Für die allgemeine Suche braucht heute niemand mehr einen Katalog. Gut sind Verzeichnisse dort, wo eine Suchmaschine nur einzelne Treffer liefert und ein Mensch den Überblick hat:

  • Regionen. Alle Betriebe eines Orts oder alle Mitglieder eines Gewerbevereins auf einer Seite. Wie man so ein Verzeichnis aufbaut, steht unter Branchenverzeichnis erstellen.
  • Nischen. Die Vereine einer Sportart, die Ratgeber zu einem Hobby, die Anbieter in einem kleinen Fachgebiet. Mehr dazu unter Fachverzeichnis erstellen.
  • Vereine und Verbände. Eine Liste der Mitglieder oder Partner, die jemand aktuell hält.

Auch für Suchmaschinen zählt, ob ein Verzeichnis gepflegt ist. Google nennt Links aus minderwertigen Verzeichnissen in seinen Spam-Richtlinien ausdrücklich als Beispiel für Link-Spam. Ein geprüftes Fachverzeichnis bringt dagegen Besucher, die sich für das Thema interessieren. Eine Liste deutschsprachiger Webkataloge führt das Webkatalog-Verzeichnis von php-space.info.

Einen eigenen Webkatalog betreiben

Wie Sie ein eigenes Verzeichnis aufbauen, von der Wahl der Nische bis zur Prüfung toter Links, steht in der Anleitung Eigenen Webkatalog oder Branchenverzeichnis erstellen. Welche Software es dafür heute noch gibt, zeigt die Übersicht der Verzeichnis-Scripte.

Quellen: archivierte Startseite von dmoz.org vom 31.03.2017 im Internet Archive („As of Mar 17, 2017, dmoz.org is no longer available“), Selbstdarstellung von Curlie, Engadget vom 27.09.2014 zum Yahoo-Verzeichnis, Spam-Richtlinien der Google Suche, Abschnitt Link-Spam.